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Arnold Schlick




Arnold Mathias Georg Albrecht Schlick

Künstler
Geb.: 25. Juli 1896
Gest.: 07. Dezember 1978 an Lungenkrebs

Arnold Mathias Georg Albrecht Schlick wurde am 25. Juli 1896 in der mecklenburgischen Kleinstadt Neubukow geboren. Dort hatte sein Vater Heinrich Schlick im Oktober 1895 Elise Rindfleisch, geboren am 5. Oktober 1862 in Neubukow, geheiratet. Die Familie aus kleinbürgerlich handwerklichen Verhältnissen stammend, zeigte Ansätze zum sozialen Aufstieg. Der Vater, später Amtsgerichtsobersekretär stammte wie auch der Großvater Georg Schlick aus Kröpelin. Der Großvater mütterlicherseits Mathias Rindfleisch lebte und arbeitete als Schlossermeister in Neubukow und war weit über die Grenzen des Landkreises für seine Kunstschmiedearbeiten bekannt. Wen wundert da es nicht, dass der Enkel Arnold schon als Schulanfänger Ambitionen zum Malen und Modellieren zeigte. Die Eltern unterstützten diese sich entwickelten Talente und versorgten den Knaben ausreichend mit Malutensilien, Plastilin und Farben und stellten somit schon die Weichen für die berufliche Laufbahn ihres Kindes. Seit dieser Zeit faszinierte ihn der Körperbau von Tieren und die Tiere sollten es auch sein die seine künstlerische Laufbahn prägten. Die erste Plastik war ein Papagei. Von 1903 bis 1913 besuchte Arnold Schlick das Realgymnasium in Rostock. Während seiner Schulzeit modellierte er zu Hause eifrig weiter und nutzte jede Gelegenheit Tiere aus Ton und Plastilin zu formen. Nach Abschluss des Realschulgymnasiums bewarb er sich um einen Studienplatz an der staatlichen Kunstschule in Berlin. Von Berlin aus ging er 1914 nach Flensburg an die kunstgewerbliche Fachschule für Holzbildnerei und wurde Schüler bei Professor Anton Haber und Professor Buhler.
 
 Am 22.September 1915 rief das Vaterland auch Anton Schlick zur Fahne. Während des Felddienstes nutzte er jede freie Minute um zu Modellieren. Zwei Verwundungen, eine am Kopf und eine am rechten Arm sorgen dafür, dass er Anfang 1918 für untauglich erklärt wurde und mit dem mecklenburgischen Kriegsverdienstkreuz II. Klasse ausgezeichnet, die Heimreise antreten konnte. Der rechte Unterarm war derart verletzt, dass dieser trotz Operation steif blieb. Für einen bildenden Künstler bedeutet es normalerweise das Ende seiner Karriere aber Schlick gab nicht auf. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er bei der Victoria Versicherung und schulte sich selber auf Linkshändigkeit um. Das Modellieren ging jetzt linkshändig weiter. Um zu üben brauchte er kein Atelier. Der Küchentisch, der Hocker in der Ecke oder der Hauklotz auf dem Hof boten oft die Ausgangspositionen zum Modellieren. Die Vorlesungen in Kunstgeschichte bei Prof. Pagenstecher in Rostock und die Weiterbildungen in der englischen und französischen Sprache schufen die Voraussetzungen, dass er 1921 ein Studium an der Kunstgewerbeschule in Hamburg aufnehmen konnte. Als Vollschüler bei Prof. Bossard schloss er 1924 erfolgreich sein Studium ab und begab sich mit Anna Teipel, seiner späteren Frau, auf Wanderschaft bzw. auf Studienreise und durchstreiften ganz Deutschland. 1925 ließ sich Anton Schlick in Münster nieder. Die beiden jungen Leute sahen hier für sich ein gutes Wirkungsfeld für ihr künstlerisches Schaffen. Im gleichen Jahr trat Schlick das erste Mal mit seinen Plastiken an die Öffentlichkeit. Der Duisburger Museumsverein zeigte diese in einer Gemeinschaftsausstellung, wodurch die Tierplastiken besonders auffielen. Bei einem kurzen Klinikaufenthalt sprach ihn der Chirurg Prof. Hermann Coenen an, ob Anton Schlick für die örtlichen Kliniken, insbesondere die chirurgische, anatomische und histologische, Zeichnungen anfertigen könne. Prof. Coenen hatte nämlich in einem anatomischen Lehrbuch bildliche Darstellungen gesehen, die mit A. Schlick unterzeichnet waren. Schlick willigte ein. 1929 ernannte ihn die Universität zum Lektor für künstlerisches und wissenschaftliches Zeichnen. 1944 rief das Vaterland erneut diesen Mann zur Fahne. Der amerikanischen Gefangenschaft entging er zum Glück durch einen sehr erfreulichen Zufall. 1946 wurde auch der Lehrbetrieb im künstlerischen Modellieren und Zeichnen wieder aufgenommen. In der Tierplastik galt Schlick als Meister. In den 50er bis 70er Jahren bekam er viele öffentliche Aufträge von der Stadt Münster. Viele Tierplastiken zieren heute Straßen und Plätze dieser Stadt.
 
 Nach langer schwerer Krankheit (Lungenkrebs) verstarb Arnold Schlick am 07. Dezember 1978.