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Bernhard Sthamer



Johann Georg Bernhard Sthamer
Chemiker
Geb.: 23.September 1817 in Neubukow in der Lindenapotheke
Gest.: Chemiker am 23. April 1903 in Hamburg

Als Professor Justius Liebig in den vierziger Jahren des 19. Jahrhundert die organische Chemie in den Bereichen der Physiologie und Pathologie anzuwenden begann, studierte bei ihm der Neubukower Apothekersohn Bernhard Sthamer, der nach seiner 5 jährigen Berufsausbildung als Apotheker, ab 1839 ein Studium der Naturwissenschaften in Berlin und Rostock in den Bereichen Organische - Chemie, Analytische - Chemie, Anorganische - Chemie, Pharmazie, Meteorologie, Klimatologie, Geognosie, Botanik und Experimentelle - Chemie hinter sich hatte, noch zwei Semester in Gießen. Das Arbeiten in den Berliner und Rostocker Laboratorien hat ihn soweit befähigt, dass er bei Professor Liebig als Student, so wie es heute auch noch üblich ist, mit ans Forschungsprogramm der Gießener Universität herangezogen wurde. 1842 ging er nach Rostock zurück, arbeitete unter der Leitung Professor von Blücher experimentell im Labor, machte sein Examen, promovierte zum Doktor der Philosophie und konnte sich im selben Jahr noch an der Rostocker Universität habilitieren. 1846 erhielt er die Lehrberechtigung an der Universität und wurde zum Privatdozent der Chemie ernannt. 
Sthamers Arbeitsweise in den Labors der Universität muss wohl sehr großen Eindruck auf den Mediziner Professor Strempel gemacht haben, dass sich dieser veranlasst fühlte, in seiner Privatklinik ein Labor einzurichten, in dem Sthamer bei Patienten chemische Analysen durchführen konnte. 
Die Erkenntnisse, die in zweijähriger Arbeit im Bereich der Harnanalyse, die für die Diagnostik in der Zukunft eine große Rolle spielen sollte, gemacht wurden, waren so umfangreich und revolutionierend, dass Sthamer ein modernes Lehrbuch hätte herausgeben können. Obwohl er wusste, dass diese Arbeiten nicht honoriert werden konnten, trieb ihn der Forschergeist in die Laboratorien, um auch die Veränderungen anderer Körperflüssigkeiten des Menschen bei Krankheiten zu erforschen. 

Auch in anderen Universitäten Europas, wie z. B. in Prag, Leipzig, Wien, und München wurden durch ehemalige Kommilitonen Sthamers die Methoden und Ansichten Professor Liebigs hineingetragen und die klinische Chemie spezifiziert. Diese jungen Forscher, zu denen auch Bernhard Sthamer gehörte, schufen die Basis der modernen Diagnostik und zeigten den nachfolgenden Forschern neue Wege und neue Möglichkeiten, die aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken sind. 
Neue Wege wurden auch erschlossen im Bereich der Agrikultur - Chemie, der pharmazeutischen Chemie und der gerichtlichen Chemie. Ein vielseitiger Mann . 
Es sollte aber alles anders kommen. Das Schicksal des Neubukower Apothekersohnes lenkte den Lebensweg dieses Mannes in eine ganz andere Richtung. 
Professor Blücher, unter dessen Leitung Sthamer in den Uni - Labors forschte und in den Hörsälen Vorlesungen hielt, musste aus gesundheitlichen Gründen von seiner Professur zurücktreten. Sthamer bewarb sich mehrmals als Nachfolger Blüchers, aber leider wurde er abgelehnt. Daraufhin sah dieser talentierte Chemiker für sich keine Zukunft mehr in Rostock und verließ die Universität dieser Stadt. 
In Billwerder bei Hamburg gründete er zusammen mit dem Kaufmann Wilhelm Daniel Hell die Chemische Fabrik Hell und Sthamer und entwickelte diese Firma zu einem erfolgreichen Unternehmen .
 
Johann Georg Bernhard Sthamer wurde am 23.September 1817 in Neubukow in der Lindenapotheke geboren und starb als erfolgreicher Chemiker am 23. April 1903 in Hamburg.