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Christian F. Tiede




Christian Friedrich Tiede

Königlicher Hofuhrmacher
Geb.: 22. August 1794 in Neubukow/Mecklenburg
Gest.: 12. Oktober 1877

Der Vater war hier selbstständiger Schlossermeister. Nach Ablauf der Schuljahre lernte Christian Tiede im elterlichen Betrieb Schlosser. Die körperliche Verfassung des jungen Mannes schien für diesen Beruf nicht geeignet zu sein und so entschied sich der Schlosserlehrling eine Uhrmacherlehre anzutreten.
Nach vierjähriger Lehrzeit beim Uhrmacher Oldenburg in Wismar, fand er eine Anstellung in Braunschweig bei der Firma Delolme. Fünf Jahre in dieser Werkstadt prägten nicht nur seine Persönlichkeit sondern er entwickelte sich zu einem hervorragenden Fachmann.
Nach einem 12 stündigem Arbeitstag nutzte er noch seine Freizeit und baute seine erste Ankeruhr. Bei der Erstellung dieses Uhrwerkes flossen seine bisher erworbenen Erfahrungen hinein und er erwarb dadurch langsam im Uhrmachergewerbe große Anerkennung. Seine Fachkenntnisse konnte er kurze Zeit später beim Dresdener Uhrmacher Gutkaes mit neuen Methoden und Praktiken erweitern.
Die Liebe zu seiner Heimat bewegten ihn nach Mecklenburg zurückzukehren um sich in Rostock selbstständig zu machen. Die Rostocker Uhrmacherzunft bereitete dem Meister große Schwierigkeiten, so dass sich Tiede veranlasst sah, im Jahre 1825 nach Berlin zugehen.
In Berlin wurden die Gebrüder Humboldt auf Tiedes Uhren aufmerksam und diese Wissenschaftler ließen die Ganggenauigkeit prüfen.
Der damals berühmte Astronom und Direktor der Berliner Sternwarte Franz Johann Encke (1791-1865) war von der präzisen Arbeit Tiedes so begeistert, dass er dem jungen Meister den Auftrag erteilte die Zeitmesser für die neue Sternwarte in Berlin zu bauen.
Das Patent als Königlicher Astronomischer und Hofuhrmacher erhielt Tiede 1838 nach der Auftragserledigung für 18 Schiffe der preußischen Marine die Chronometer zu bauen und zu liefern.
Bei der Gewerbeausstellung 1844 im Zeughaus Berlin war er Mitglied der Jury und er erhielt für seine ausgestellten Arbeiten die Goldmedaille. Im Jahre 1846 wurde er mit dem roten Adler 4. Klasse ausgezeichnet.
Tiedes Uhren wurden in die ganze Welt gesandt.
Bis weit über das 80zigste Lebensjahr hinaus arbeitete der Kunsthandwerker in seinem Beruf.
Am 12.Oktober 1877, im 84.Lebensjahr, legte der Meister für immer sein Werkzeug aus der Hand.