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Dr. med. Heinrich Gronau




Dr. med. Heinrich Gronau

Arzt
Geb.: 19. Januar 1881 in Neubukow i/M
Gest.: 27. Juli 1975

Heinrich Gronau wurde am 19.11.1881 in Neubukow i/M geboren. Er stammte aus einem seit Generationen dem Arztberuf verschriebenen Elternhauses. Nach erfolgreichem Abschluss des Gymnasiums studierte er an den Universitäten in Würzburg,
Heidelberg, Göttingen, München und Rostock Medizin. 1912 heiratete er Editha Kretschmar, die ihm sechs Kinder schenkte und 38 Jahre tatkräftig an seiner Seite wirkte. Nach ihrem Tode stand seine zweite Frau Selma Weinkauf ihm bis in sein hohes Alter hilfreich zur Seite. 1910 ließ er sich als praktischer Arzt in Neubukow nieder und führte über 48 Jahre hier seine Arztpraxis.
Als 1945 der 2. Weltkrieg auch nach Neubukow kam und die mit Flüchtlingen und verwundeten Soldaten überfüllte Stadt noch von einer SS-Einheit verteidigt werden sollte, zeigten unter der Führung von Dr.Gronau einige Männer dieser Stadt sehr viel Mut und vereitelten den Verteidigungsplan der SS. Am 2. Mai 1945 gingen der Oberstabsarzt Dr. med. Gronau, der Schmiedemeister Rudolf Hacker und der Gutsbesitzer Weihe (Lehnenhof) zu den sowjetischen Truppen bei Berghausen und übergaben die Stadt Neubukow kampflos.
Dr. med. Gronau war auch Ernährungswissenschaftler und wurde aufgrund dessen 1949 von der Landesregierung als Sonderbeauftragter für Ernährungsfragen berufen. Viele Artikel über die Vollkornnahrung und deren Gebrauch stammten aus seiner Feder. Heinrich Gronau stützte seine Erkenntnis auf biologische Beobachtungen
und Erfahrungen. Er war ein Sucher auf dem Wege nach den wahren Heilquellen, welche die Natur vorgesehen hat und erkannte in einer unverfälschten Nahrung, d.h.in der richtigen und maßvollen Stoffzufuhr die Grundbedingungen für die Gesunderhaltung des Menschen. Er fand seine Thesen durch die Heilerfolge der damals bereits weltbekannten Bircher- Benner- Schule bestärkt. Sein besonderes Anliegen war das Getreidekorn. Er forderte unermüdlich mit der Volkornnahrung schon im Kindesalter zu beginnen und setzte sich mit Rat und Tat für die industrielle Produktion und Anwendung eines Säuglingsnahrungsmittels aus vollem Korn ein (Gronaumehl). Dr. Gronau gab auch wertvolle Anregungen zur Erweiterung und Verbesserung heimischer Nahrungsgrundlagen, so z.B. zur Erfassung und Nutzung der Beeren von Ebereschen und Sanddorn und die Verwendung des Meereswassers für den inneren Gebrauch.
1956 übernahm er die Leitung des Eisenmoorbades in Bad Doberan als ärztlicher Direktor.
1961 erhielt er in Anerkennung seiner treusorgenden Tätigkeit von seiner Heimatstadt die Ehrenbürgerschaft und das Ehrenzeichen des Roten Kreuzes.
1969 wurde er mit der Hufelandmedaille ausgezeichnet.
Am 27. Juli 1975 verstarb er im 95. Lebensjahr.
Am 14.06.1991 wurde der Schule in der Wollenweberstraße der Name  Dr.- Gronau- Schule verliehen.