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Prof. Rudolf Goldschmidt




Professor Rudolf Goldschmidt

Besitzer eines Manufakturladens in der Wismarschen Straße
Geb.: 19. März 1876
Gest.: 30. Oktober 1950 an Krebs

In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts studierte er Elektronik an der TH in Berlin und Darmstadt.

Bestand seine Prüfung im Alter von 22 Jahren als Dipl.- Ingenieur mit Auszeichnung.

1900

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ging er nach England und arbeitete als Chefingenieur in zwei Maschinenfabriken im Süden und Norden Englands

1905

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Heirat mit Hella Gimpel aus Rostock.

 

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wurde ihm eine Auszeichnung für Arbeiten auf dem Gebiet der Elektrotechnik durch das englische

 

 

"Institute of Electrical Engeneers" verliehen.

1907

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lehrte er an der TH Darmstadt

1911

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erhielt er den Professorentitel

 

 

In diesen Jahren arbeitete er an der Entwicklung einer besonderen Hochfrequenzmaschine, die elektromagnetische Wellen produzierte. Dieses Sendesystem war das erste, das auf diese Weise bis nach Amerika drahtlose Nachrichten übermitteln konnte. 1910 wurde zur Finanzierung eines Überseesenders die "Hochfrequenz-Maschinen AG für drahtlose Telegraphie", abgekürzt HOMAG gegründet. Ein geeignetes Terrain für dieses Projekt fand er im Toten Meer bei Eilvese.

1914

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eröffnete Kaiser Wilhelm II die Funkstation persönlich.

 

 

Zur Zeit des Bestehens der Funkstation prägte sie mit ihren Antennenmasten, insbesondere den fast 260 Meter hohen Hauptmast, die Landschaft. Goldschmidt gewann nationale und internationale Beachtung mit der Station Eilvese. Nach dem ersten Weltkrieg arbeitete er an mehreren Erfindungen u. a. auch auf medizinischen und elektrophysikalischen Gebieten.

 

 

Eine der hervorstehenden Erfindungen war  ein elektrischer Hammer für Straßenbauzwecke. Dieser Hammer wurde KANGO Hammer genannt, nach der englischen Herstellerfirma Kane und Goldschmidt.

1927

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kam Goldschmidts Pulsresonator. Dieses neue Gerät brachte dem Erfinder große Anerkennung unter den Medizinern. Der Pulsresonator war ein Vorläufer des heutigen EKGs.

 

 

Goldschmidt und seine Familie - er hatte eine Tochter und drei Söhne - lebten über 20 Jahre in Berlin. In dieser Zeit lernte er Albert Einstein kennen, den er als Berater für mehrere seiner Erfindungen konsultierte.

Ab 1928

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arbeitete Rudolf Goldschmidt an einer neuen Art Hörgerät für eine Sängerin die mit Einstein befreundet war. Das Patent für dieses Schallwiedergabegerät wurde unter beider Namen patentiert - Goldschmidt und Einstein.

 

 

Einstein dichtete gerne Verse. Als Goldschmidt seine Forschungen für das Hörgerät anfing, schrieb Einstein:

 

 

Ein bisschen Technik dann und wann
auch Grübler amüsieren kann.
Denn kühnlich denk ich schon so weit,
wir legen noch ein Ei zu zweit.

 

 

Goldschmidt freute sich sehr darüber und antwortete humorvoll:

 

 

Das Legen eines Ei' s zu zweit,
das bietet manche Schwierigkeit.
Die beste Lösung vom Problem
wär, wenn sie Ihnen angenehm,
wir legen Eier um die Wette
und fabrizieren ein Omelette.

 

 

Goldschmidt arbeitete an seiner Erfindung neben seiner Tätigkeit im Versuchslabor der Bergmann- Elektrizitätswerke in denen er bis Anfang 1936 blieb.

1933

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die Machtübernahme durch Hitler änderte das Leben von Rudolf Goldschmidt und seiner Familie radikal. Da er Jude war, machten die Behörden seinem Arbeits- und Familienleben so viele Schwierigkeiten, dass er schon im Sommer 1933 nach einem anderen Land zu suchen begann, in dem er und seine Familie wohnen, leben und arbeiten konnte, ohne ständig bedroht zu werden.

 

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Im November 1933 starb seine Frau an einer schweren Krankheit.

1934

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bereitete Goldschmidt die Emigration seiner Familie nach England vor und musste- wie in solchen Fällen üblich - einige Gutachten einholen und einen Devisenantrag stellen, in dem er sein Vorhaben genau darlegen musste. Die Frage nach seiner Staatsangehörigkeit beantwortete er mit:

 

 

Ich bin Deutscher und Mecklenburger.

 

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Dank seiner großen Anpassungsfähigkeit, fliesenden Englisch und technischen Kenntnissen fand er bald Arbeit in England. Er beschäftigte sich weiter mit Erfindungen auf den verschiedensten Gebieten. Unter anderem arbeitete er als Berater bei einem Forschungsinstitut. Den Briefwechsel mit Einstein hat er fortgesetzt. Beide bedauerten es sehr, dass wegen der Entfernung und Kriegsumstände eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich war. (Einstein musste schon 1933 emigrieren und ging nach Amerika aus).

 

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Zuerst hat Goldschmidt in London gewohnt. Später wohnte er in Sheffield im Norden Englands. Sein letzter Wohnort war Birmingham.

 

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Er kümmerte sich sehr um seine Familie. Seine drei Söhne arbeiteten in wissenschaftlichen oder technischen Bereichen. Seine Tochter heiratete einen englischen Geologen.

 

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Goldschmidt ist offiziell nie in den Ruhestand getreten und arbeitete bis an sein Lebensende als Berater und Erfinder.

1950

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Rudolf Goldschmidt starb am 30. Oktober an Krebs.